Die geplante Obsoleszenz führt zur Wegwerfgesellschaft


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Geplante Obsoleszenz

Jeder hat die Erfahrung schon einmal selbst gemacht: Die 30 Jahre alte Schrankwand sieht noch wie neu aus. Natürlich entspricht sie nicht mehr dem Zeitgeist und wird nur noch im Gästezimmer aufbewahrt. Mittlerweile hat man sich in zehn Jahren aber gleich zwei neue Schrankwände fürs Wohnzimmer kaufen müssen, die vorige Schrankwand war zwar optisch noch ansprechend, hat aber die letzte Umräumaktion nicht überstanden. Werden Produkte immer kürzer haltbar? Die Frage stellt sich dann oft und das Phänomen hat sogar einen Namen: Geplante Obsoleszenz.

Was bedeutet geplante Obsoleszenz?

Unter dem Begriff geplante Obsoleszenz versteht man die klar gewollte kurze Haltbarkeit von Produkten. Ob Handys, Autos, Computer, Möbelstücke, Kinderspielzeug oder Kleidung, die geplante Obsoleszenz kommt in fast allen Bereichen vor. Beispiel Drucker: Hat der Drucker eine bestimmte Zahl von Seiten ausgedruckt, geht ein bestimmtes Bauteil kaputt. Dieses geht aber nicht etwa aus Sicherheitsgründen kaputt, sondern damit man sich einen neuen Drucker kauft. Die Reparatur würde vielleicht 100 Euro kosten, das neue Modell, das noch mehr Leistung bietet, kostet vielleicht nur 80 Euro. So werden wir zu einer Wegwerfgesellschaft erzogen, wenngleich es schwierig ist, den Herstellern die geplante Obsoleszenz tatsächlich nachzuweisen.

Die geplante Obsoleszenz muss zudem von den Sollbruchstellen abgegrenzt werden. Hierbei handelt es sich um Bauteile, die bei einer Überlastung kaputt gehen, um auf diese Weise weitere Kollateralschäden zu vermeiden oder auch dem Brandschutz dienen. Allerdings lassen sich die Teile einfach und kostengünstig austauschen und verringern nicht zwingend die Lebensdauer des gesamten Produkts.

Wo liegt das Problem der geplanten Obsoleszenz?

Das Problem der geplanten Obsoleszenz ist auf der einen Seite die daraus entstehende Wegwerfgesellschaft. Wir müssen viele Produkte immer wieder neu kaufen, weil die Reparatur einfach zu teuer ist. Bei Elektroschrott ergibt sich sogar noch ein größeres Problem.

Dieser wird vielfach nach Asien und Afrika verfrachtet. Dort sind die Menschen oft arm und auf jede Einnahmequelle angewiesen. In Elektroschrott sind zahlreiche Edelmetalle enthalten, zum Beispiel Gold oder Platin. Diese werden von der Bevölkerung über offenem Feuer ausgeschmolzen, wobei giftige Dämpfe entstehen. Die Menschen schaden sich und ihrer Gesundheit langfristig, eventuell sind sogar nachfolgende Generationen betroffen. Und so ergibt sich aus der geplanten Obsoleszenz nicht nur der massive Nachkauf von Produkten, sondern auch eine Gesundheitsgefahr für andere Völker.